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Josip Mastelic
Switzerland
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Josip Mastelic

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Kein Picasso, aber doch ein Maler, Artikel Tages-Anzeiger, 31.03.2007 (Peter Aeschlimann)
Josip Mastelic ist Banker,
Künstler und Eventmanager.
Wer ein Bild von ihm kauft,
gewinnt einen Freund.

Sein Seklehrer meinte, aus ihm würde weder
ein Pavarotti noch ein Picasso. Was
den Tenor betrifft, behielt der Lehrer
recht, denn singen könne er tatsächlich
nicht, sagt Josip Mastelic. Dafür malen.
Aber nicht so wie der spanische Kubist.
Seine Vorbilder fand der 29-Jährige bei
den Expressionisten, in Mark Rothko und
Barnett Newman. Von ihnen übernahm er
das «Colourfield Painting», die Farbfeldmalerei.
Von Rothko die Schichten, von
Newman die Linien. Mastelic: «Ich merkte
jedoch rasch, dass ich Rothkos Techniken
nicht imitieren kann. Ich musste meinen
eigenen Stil entwickeln.»
Seine gestapelten Farbflächen sind
manchmal wild ineinander fliessend, dann
wieder sauber voneinander abgetrennt.
Und immer kommt der Spachtel zum Einsatz.
«Das verleiht den Bildern bei richtiger
Beleuchtung eine dritte Dimension.»
Meistens arbeitet Mastelic an mehreren
Werken gleichzeitig. Trägt Schicht um
Schicht auf, stets auf der Suche nach jenem
Moment, wenn es dann stimmt. «Das ist
das Schöne an der Acrylmalerei: Du
kannst immer wieder drübergehen. Und
dann, nach der fünfzehnten Schicht,
merkst du plötzlich: Jetzt bist du auf dem
richtigen Weg. Und kannst das Bild fertig
malen.»
Sein «Atelier» hat Josip Mastelic im
Büro der 3,5-Zimmer-Wohnung eingerichtet,
die er mit Freundin Andrea bewohnt.
Die Dimensionen des Raumes geben ihm
auch die Dimensionen seiner 30 Leinwände
vor, die hier rumstehen. «Hätte ich
mehr Platz, würde ich gerne auch zwei
Meter hohe Bilder malen», sagt Mastelic.
Wenn er an einem verschneiten Sonntagmorgen,
seiner liebsten Zeit zum Malen,
die unfertigen Werke in der ganzen Wohnung
ausbreitet und sich auf die Suche
nach der finalen Schicht macht, müsse
seine Freundin nicht selten einen wahren
Hindernislauf absolvieren, um ins Bad
oder in die Küche zu gelangen. Ärger gebe
das nie, sie ist «extrem verständnisvoll»,
sagt Mastelic.
Der perfekte Ausgleich
Josip Mastelic studierte an der Universität
Zürich Betriebswirtschaft. Heute arbeitet
er als Product Manager in Zug und
absolviert nebenbei ein Nachdiplomstudium
im Immobilienbereich. Vor sechs
Jahren, als er mit der Malerei begann, war
es der «perfekte Ausgleich». Heute ist die
Kunst mehr als nur ein Hobby. Und darum
viel zu wertvoll, um sie zum Beruf zu machen.
Dann müsste er nämlich aktiv Bilder
verkaufen, teurere Preise verlangen und
stünde unter dem Druck, sein täglich Brot
malend und hausierend zu verdienen. Und
Mastelic müsste sich einen neuen Ausgleich
suchen.
Lieber, als einem Galeristen bis zu 30
Prozent der Verkaufseinnahmen abzuliefern,
organisiert Josip Mastelic also seine
eigene Vernissage. Weil er gerne die Kontrolle
hat – und weil er das kann. Als Student
gestaltete er mit Kollegen spezielle
Events. Diese Erfahrung kommt ihm zu
Gute, wenn er heute im G27 sein Werk
zeigt, nicht in einer klassischen Ausstellung,
sondern eingebettet in eine Veranstaltung,
die alle Sinne ansprechen soll.
Eine Weindegustation und ein 6-Gang-
Dinner bilden den Rahmen des einmaligen
Anlasses. Fürs Lukullische zeigt sich der
Rüschliker Weinhändler «südhang» verantwortlich,
fürs Kulinarische die Caterer
von «Baitz» aus Küsnacht.
15 Bilder verkauft
Eventmanager Mastelic freut sich also
in erster Linie über einen gelungenen Anlass.
Künstler Mastelic indes auch über ein
verkauftes Bild. 15 verkaufte er seit der
letzten Vernissage. Das teuerste für 1200
Franken. Nur eines sei unverkäuflich, weil
es der Freundin so gut gefalle. Es hängt unsigniert
in der gemeinsamen Wohnung.
«Wenn die Weindegustation dazu beitragen
sollte, dass den Besuchern meine Bilder
noch besser gefallen, habe ich natürlich
nichts dagegen», lacht Mastelic. Trifft
das ein, würde er das Bild unterschreiben,
ganz bescheiden am Rand mit Djamiro,
seinem Künstler- und Kosenamen, und lieferte
das Bild persönlich dem Käufer nach
Hause. «Mich nimmt wunder, wo meine
Bilder hängen und wer die neuen Besitzer
sind», sagt Mastelic.

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