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| Meine Leben in Etappen | Kritzeleien von Kindesbeinen an, zuerst mit der linken Hand. Als ich zur Schule kam, sollte ich den Stift in die rechte Hand nehmen. Das gelang nur mit Mühe und ich blieb ein richtiger Linkshänder. Aus der Kritzelei wurde Liebe zur Kreativität und zur Kunst. Ohne sie wäre mein Leben einsam und leer.
1960
Irgendwann kam mir zum ersten Mal die Idee etwas zu schnitzen. In Ermangelung eines Holzlieferanten ging ich in den Wald, wo ich eine Linde wusste. Ein Bauer hatte mir erzählt, dass Lindenholz am besten geeignet sei, etwas zu schnitzen. Damit es der Linde nicht allzu weh tue, sägte ich einen armstarken Ast ab und liess ihn einige Zeit trocknen. Daraus schnitzte ich in wochenlanger Kleinarbeit ein kleines Düsenflugzeug, eine MIG 17. Meine erste Schnitzarbeit hatte das Licht der Welt erblickt und ich war mächtig stolz darauf!!! Einige Zeit später kam ein kleiner Teufelskopf dazu, denn von dem Ast war etwas übriggeblieben. Der Kopf ziert heute noch die sogenannte "Teufelsgeige", eine Art Taktinstrument beim Männerchor im Dorf. |
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| Kindheit und Jugend | 1950 wurde ich in Kahla a.d. Saale im schönen Land Thüringen geboren. Verbrachte eine wunderbare Kindheit in meinem Elternhaus. Meine Mutter gab mir mit ihrer Liebe und Wärme die Sensibilität mit ins Leben, die fortan entscheidend für mich werden sollte.
1956 Einschulung und Vorbereitung auf das richtige Leben. Die Illustration meiner Schulhefte macht mir schon in den unteren Klassen viel Spass. Ausgedehnte Spaziergänge an den Wochenenden mit Vater, Mutter und meinem Bruder lassen mich Natur und Heimat lieben lernen und Inspiration für meine Skizzen und Malereien werden. So sind mein Heimatdorf sowie die nähere und weitere Umgebung Themen meiner ersten Arbeiten. | | Beginn der Wegfindung | 1964 - 68 Besuch des Gymnasiums ( zu DDR-Zeiten "Erweiterte Oberschule" plus Erlernen des Berufs "Betonbauer" mit Gesellenbrief mit Auszeichnung.
1968 Beginn des Architekturstudiums in Moskau, damals UdSSR, Fachrichtung Wohn-und Gesellschaftsbau mit tiefenorientierter künstlerischer Ausbildung in Malerei, Zeichnung und Plastik/ Bildhauerei. Die Jahre in Moskau waren sehr hart, aber eine wesentliche Schule fürs Leben. Ich lernte Land und Menschen kennen, bekam tiefe Einblicke in die "russische Seele" und lernte die Sprache beherrschen.
1974 Rückkehr in die DDR. Arbeit als Bauleiter. Geburt meiner Tochter.
1975- 76 Wehrdienst. 1977 Geburt meines Sohnes.. | | Berufliche Laufbahn | 1978 Aufnahme der Arbeit als Architekt in Berlin. Staatlich verordnete Planung von Wohnblöcken und Bürosilos war nicht wirklich kreative Arbeit. So suchte ich Zuflucht in der künstlerischen Arbeit, um mich zu verwirklichen. Ich arbeitete in der Wohnung, bekleckerte so manches Mal Stühle oder Teppich mit Farbe, Gips oder Kleister. Eine grosse Stütze war und ist mir meine liebe Gattin, die immer Verständnis für Die - mir - eigene - Art - die - Welt - zu - sehen hatte... | | Steigende Tendenz: Die künstlerische Arbeit | 1982 wird unser Sohn Sascha geboren. Irgendwann begann er mir beim Malen zuzuschauen und "half" gelegentlich, die Wohnung zu verwüsten. Mit vier Jahren kam er darauf, in der Küche "afrikanisches Brot" zu backen. Er machte sich über alle mehlartigen Vorräte her und verteilte in mehreren grösseren und kleineren Gefässen eine Mehlpampe, die nur mit grossem physischen- und Stimmaufwand seitens der Mutter wieder beseitigt werden konnte. Ich hörte das ganze etwas abgeschwächt aus dem Schlafzimmer, wo ich auf dem Bette an einem Ölschinken arbeitete. Immerzu träumte ich von einem eigenen Atelier, wo ich nicht ständig wegräumen müsste und mich richtig ausbreiten könnte. Irgendwann ergab es sich dann, dass ich bei einem Spediteur um die Ecke einen kleinen Kelleraum für wenig Miete zugesprochen bekam. Oh, mein Gott, was war das für ein kreativer Schub für mich! An den Wochenenden stand mir der gesamte Hof zur Verfügung und ich konnte tun und lassen, was ich wollte. Lang geträumte Techniken konnten nun umgesetzt werden. Ich begann mit Axt, Kettensäge, elektrischem Stemmhammer Holz zu bearbeiten, ich meisselte an Steinen herum und begann zu schweissen. Ich kochte Bitumen und begoss Leinwände damit... Es war alles gut jetzt. Na ja, nicht ganz, denn ich hatte keine Heizung, kein Wasser, aber wenigstens Licht. | | Die Fünfzig überschritten | Anfang des neuen Jahrtausends bekam ich vom Vermieter die Nachricht, dass das gesamte Areal abgerissen werden würde. Das war ein harter Schlag für mich, denn ich musste mir eine neue Bleibe suchen. Nach langem Suchen fand ich ein paar Strassen weiter ein geeignetes Objekt. Die Entscheidung war nicht leicht, weil eine nicht unbeträchtliche Mietsumme zustande kam. Dennoch tat ich den so wichtigen Schritt. Nun bin ich schon fünf Jahre hier und fühle mich sehr wohl, denn es ist inzwischen so vieles passiert und eine Unmenge an Arbeiten entstanden, die es sonst wohl nicht gegeben hätte. |
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