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Rembrandt Hamerszoon van Rijn Some content is only in german available
Rembrandt wurde am 15. Juli 1606 als das neunte von zehn Kindern in Leiden geboren. Sein Vater war Müller, seine Mutter eine Bäckerstochter. Während seiner Jugend verbrachte er die meiste Zeit als Maler in Leiden. Nachdem er die Lateinschule besucht hatte, begann er an der Universität Leiden zu studieren, brach das Studium aber nach weniger als einem Jahr ab.
1621 entschied er sich ganz für die Malerei und nahm bei Jacob van Swanenburgh, einem Leidener Künstler, Unterricht. Nach einer kurzen Gesellenzeit in Amsterdam eröffnete Rembrandt ein Atelier in Leiden, das er mit seinem Freund und Kollegen Jan Lievens teilte. Die zwei spornten sich gegenseitig an, indem sie Bilder gleichen Themeninhaltes, aber in verschiedenen Techniken (Zeichnung, Radierung, Malerei) schufen. Sie hatten in ihrer frühen Zeit einen so ähnlichen Malstil, daß man damals ihre Werke kaum unterscheiden konnte und nicht wußte, wer was gemalt hat. Später trennten sich die Wege der beiden freundschaftlich einander zugetanen Maler: Lievens ging nach England, während Rembrandts Wege nach Amsterdam gingen. 1627 begann Rembrandt, Schüler anzunehmen. Sein erster Schüler war der damals erst 14jährige Gerrit Dou. Vor allem in den 1640ger Jahren hatte Rembrandt zum Teil mehr Schüler als von der Lukasgilde zugelassen. Er war ein phantastischer Lehrer, der seinen Schülern enorm viel bot: Rembrandt schuf zum Beispiel mit Scherwänden für seine Schüler kleine "Einzelräume", damit sie in Ruhe für sich arbeiten konnten. Er fertigte Lehrbücher mit Vorlagenzeichnungen an; Einzelblätter mit Radierungen und Zeichnungen sortierte er nach Themen in Schubladen zur schnelleren Verfügbarkeit. Damit bot er seinen Schülern viel Anschauungs- und Inspirationsmaterial. | 1631 war Rembrandts Ruf so groß, dass er einige Porträt-Aufträge in Amsterdam erhielt. Deshalb zog er dorthin um und wohnte im Haus seines Kunsthändlers Hendrick van Uylenburgh. 1634 heiratete Rembrandt Hendricks reiche Nichte, Saskia van Uylenburgh. Da sie die Tochter eines Patriziers war, führte sie ihn in die höheren Gesellschaftsschichten ein, was seinen Ruf weiter steigerte. Trotzdem distanzierte sich Rembrandt nie von den "gewöhnlichen" Menschen.Im gleichen Jahr machte sich Rembrandt als Maler selbständig und trennte sich von Uylenburgh. Er hatte sich als Maler und Lehrer einen sehr guten Ruf erarbeitet.
In der 1630ger Jahren erhielt Rembrandt vom Den Haager Hof, dem damaligen Statthalter Frederick Hendrick, über die Vermittlung von dessen Sekretär Konstantijn Huygens, den Auftrag zu seiner berühmten Passionsserie. Huygens lernte Rembrandt bereits in Leiden als einen sehr ehrgeizigen und begabten jungen Maler kennen. Heute hängen die Passions-Bilder in der Alten Pinakothek München. Im Zusammenhang mit diesem Auftrag sind uns die einzigen längeren schriftlichen Zeugnisse Rembrandts erhalten: seine sieben Briefe, in denen er den Hof über den Fortgang seiner Arbeit unterrichtete und Tips zur günstigsten Bildhängung gab.
1639 zogen Rembrandt und Saskia in ein bekanntes Haus in der Anthonisbreestraat, das im jüdischen Viertel von Amsterdam lag (heute:Rembrandthaus-Museum. Es beherbergt alle Radierungen Rembrandts).Rembrandt leistete eine Anzahlung für das Haus; später wird er Schwierigkeiten haben, den Rest abzubezahlen. Drei der Kinder von Rembrandt und Saskia starben kurz nach der Geburt. 1641 bekamen sie ein weiteres Kind, einen Sohn, dem sie den Namen Titus (1641-1668) gaben. Neun Monate nach seiner Geburt starb Saskia. Da Rembrandt sie sehr liebte, bedeutete für ihn ihr Tod einen tiefen Einschnitt, der zum Teil auch seine späteren finanziellen Sorgen mitbeeinflußte. Eine verwitwete Frau, Geertje Dircx, kam als Amme des kleinen Titus ins Haus, damit Rembrandt in der Lage war, seiner Arbeit nachgehen zu können. Mit ihr hatte er allerdings erheblichen Ärger, da sie ihn unter Druck setzte, eines nie gegebenen Eheversprechens anklagte und damit vor Gericht zerrte. Sie verließ schließlich freiwillig Rembrandts Haus, war aber nicht in der Lage, ihr Leben selbst zu regeln. Die vermeintlichen Bildnisse, die Rembrandt von ihr geschaffen haben soll, sind sehr unpersönlich und lassen keinerlei persönliches Verhältnis des Malers zu ihr erkennen. Fälschlicherweise wird oft behauptet, Rambrandt habe sie in eine Besserungsanstalt einweisen lassen, aber aus Dokumenten weiß man, daß ihre eigenen Verwandten dies veranlaßt haben. | Um 1647/8 kam Hendrickje Stoffels als Kindermädchen für den kleinen Titus in Rembrandts Haus. Rembrandt und sie verliebten sich ineinander und lebten bis Hendrickjes frühen Tod (1663) glücklich zusammen. Mit ihr als verständnisvoller Partnerin kam wieder etwas mehr Ruhe in Rembrandts Leben. 1654 schenkte Hendrickje ihm eine Tochter, Cornelia. Rembrandt kaufte im Laufe der Zeit zahlreiche Kunstgegenstände, Kostüme und seltene Sammlerstücke und baute damit eine phantastische Kunstsammlung auf. Durch die damit verbundenen zum Teil sehr hohen Ausgaben ging er 1656 bankrott. Allerdings trug auch eine sich generell verschlechternde Auftragslage, das Aufkommen der "Feinmalerei" und Verluste durch den englisch-holländischen Seekrieg (1652-1654), ebenfalls ganz erheblich zu Rembrandts Konkurs bei. Seine ganze enzyklopädische Kunstsammlung, die auch ihm und seinen Schülern als Inspiration und Anschauungsmaterial dienten, wurde inventarisiert (das Inventar ist komplett erhalten) und auf Auktionen weit unter Wert verkauft. Daher konnte Rembrandt auch sein Haus nicht mehr halten und musste es verkaufen und in eine anspruchslosere Wohnung in der Rozengracht ziehen. Aus Unterlagen und zeitgenössischen Dokumenten kann man heute nachvollziehen, daß man Rembrandt bei der Taxierung seiner Kunstsammlung und deren Verkauf wahrscheinlich bewußt (Neid?) betrogen hat. Während dieser Jahre des Verkaufes seiner in Jahren zusammengetragenen Sammlung war er weniger berühmt, was sich erst sehr spät wieder änderte. Ab 1652 erhielt Rembrandt von dem italienischen Kunstsammler Antonio Ruffo einige bedeutende Aufträge. Derselbe Ruffo bestellte im Todesjahr von Rembrandt (1669) 84 Radierungen von ihm. Rembrandt kam dem Auftrag nach, aber als sie dann in Italien bei ihrem Empfänger eintrafen, war Rembrandt bereits gestorben.
Rembrandt überlebte Hendrickje und Titus, und bei seinem Tod am 4. Oktober 1669 war nur noch seine Tochter Cornelia an seiner Seite. Er starb arm am 4. Oktober 1669 in Amsterdam und wurde am 8. Oktober in einem unbekannten Grab in der Westerkerk begraben. In einer testamentarischen Klausel hat er noch für seine Tochter vorgesorgt, damit sie im Falle seines Todes nicht allein dastehen musste. Tatsächlich war sie kaum 15 Jahre alt, als ihr Vater und damit einzige Bezugsperson starb. Sie heiratete einen Maler und nannte ihr erstes Kind nach ihrem Vater: Rembrandt. |
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