100 Jahre Galerieverein, Freunde des Kunstmuseums Winterthur

14. April – 28. Juli 2013

Am 13. April 2013 feiert der Galerieverein, Freunde des Kunstmuseums Winterthur,
seinen 100. Geburtstag. Dies ist ein Anlass zum Feiern, denn der Galerieverein ist
der älteste Freundesverein eines Schweizer Museums. Er geht zurück auf die Initia-
tive von Winterthurer Bürgern, die für das geplante, aber erst 1916 eröffnete Kunst-
museum bedeutende Kunstwerke erwerben wollten. Dieses Ziel hat der Galerieve-
rein über die vergangenen 100 Jahre erfolgreich verfolgt. Heute besitzt der Galerie-
verein 284 Mitglieder.

1913 wurde der Galerieverein als “jüngerer Bruder” des Kunstvereins Winterthur
gegründet. Der jüngere Bruder war auch der vermögendere, denn der Kunstverein
war nicht in der Lage, für das im Bau begriffene neue Kunstmuseum aus eigenen
Mitteln eine Sammlung aufzubauen. So übernahm der Galerieverein diese Aufgabe
und war damit auch sehr erfolgreich. Wenn er nun seinen 100. Geburtstag begehen
kann, blickt er zurück auf eine reichhaltige Folge von Erwerbungen, die in der Schau-
sammlung des Museums starke Akzente setzen: 72 Gemälde, 33 Plastiken, über
100 Zeichnungen sowie eine grosse Zahl von druckgraphischen Blättern hat der
Galerieverein für die Sammlung des Kunstmuseums Winterthur erworben. Die An-
käufe begannen mit Bonnard, Redon, Renoir und Hodler. Einen Höhepunkt bildete
1952 die Erwerbung des grossformatigen Seerosenbildes von Monet. Unter den An-
käufen befinden sich Werke so bedeutender Künstler wie Max Beckmann, James
Bishop, Pierre Bonnard, Vija Celmins, Lovis Corinth, Isa Genzken, Ferdinand Hodler,
Mario Merz, Marisa Merz, Claude Monet, Giorgio Morandi, David Rabinowitch, Odilon
Redon, Gerhard Richter, Medardo Rosso, Myron Stout, Richard Tuttle, Friedrich Vor-
demberge-Gildewart und Edouard Vuillard, die heute zum Kernbestand des Kunst-
museums Winterthur gehören.

Die vom Galerieverein erworbenen Hauptwerke sind im Rahmen der Sammlung zu
sehen und dort besonders gekennzeichnet. In der Ausstellung zum Jubiläum ist eine
Auswahl weiterer Bilder und Skulpturen vereinigt. Während der erste Saal der Aus-
stellung Werke aus dem 19. Jahrhundert präsentiert – von Füssli bis zu Meyer-Am-
den –, zeigt der Folgesaal Werke der Nachkriegszeit – von Morandi bis Richter. Im
Kabinett sind zusätzlich Zeichnungen von so unterschiedlichen Künstlern wie Stein-
len, Giovanni Giacometti, Soutter und Dubuffet ausgestellt.

Dass der Jubilar jung geblieben ist, bezeugt die Aussenskulptur Footfall des engli-
schen Künstlers Richard Deacon (*1949), die für diesen Anlass in Auftrag gegeben
wurde. Sie wird am Geburtstagsfest des Galerievereins, am Samstag, 13. April 2013,
19.15 Uhr, enthüllt. Zur Ausstellung erscheint die Jubiläumsschrift 100 Jahre Galerie-
verein, Freunde des Kunstmuseums Winterthur mit Beiträgen von Richard Deacon,
Harry Joelson, Heinrich Huber, Henry Schmid, Dieter Schwarz und einem Verzeichnis
der Erwerbungen des Galerievereins 1913–2013. 104 Seiten, zahlreiche Farbabbil-
dungen. CHF 30.–

Am Dienstag, 16. April, 18.30 Uhr, findet eine Geburtstagsführung durch die Aus-
stellung mit Dr. Dieter Schwarz statt, mit anschliessender Geburtstagsüberraschung.
Ferdinand Hodler
Blick in die Unendlichkeit, 1913/1914–1916
Ölfarben auf Leinwand, H: 138, B: 245 cm
Kunstmuseum Winterthur
Geschenk des Galerievereins, Freunde des Kunstmuseums Winterthur, 1923
Odilon Redon
Alsace oder Moine lisant, um 1914
Ölfarben auf Leinwand, H: 68.5, B: 54 cm
Kunstmuseum Winterthur
Geschenk des Galerievereins, Freunde des Kunstmuseums Winterthur, 1919
Pierre Bonnard
Jeune fille nue devant la cheminée oder Nu devant la cheminée, 1919
Ölfarben auf Leinwand, H: 118, B: 49 cm
Kunstmuseum Winterthur
Geschenk des Galerievereins, Freunde des Kunstmuseums Winterthur, 1920
Gerhard Richter
4.3.1986, 1986
Ölfarben auf Papier, H: 65, B: 100 cm
Kunstmuseum Winterthur
Geschenk des Galerievereins, Freunde des Kunstmuseums Winterthur, 1997
Albert Marquet
La Varenne-Saint-Hilaire, 1913
Ölfarben auf Leinwand, H: 65.5, B: 81 cm
Kunstmuseum Winterthur
Geschenk des Galerievereins, Freunde des Kunstmuseums Winterthur, 1915